Kennst Du Karl Ganzer ?

Wer ihn nicht kennt, kennt auf alle Fälle das Kufstein Lied. Und wir " das Auracher Löchl" dürfen uns als Geburtsstätte dieses Liedes bezeichnen.

Karl Ganzer, geboren am 15.04.1920 in Brixlegg - gestorben am 01.01.1988 in Kufstein, trat 1934 in Brixlegg als Lehrling bei der Post ein. 1940 heiratete er die erst 16-jährige Traudl, Tochter einer Südtiroler Emigrantenfamilie, mit der er vier Kinder (Karl, Helmut, Manfred und Margit) hatte.

Von 1940 bis 1945 war er Soldat, zuletzt am Balkan, und schlug sich nach Kriegsende selbständig nach Tirol durch. Er wohnte mit seiner Familie in der Südtiroler Siedlung in Kufstein und musste sich zunächst mit Aushilfsarbeiten durchschlagen, bis er als Buschauffeur wieder bei der Post Beschäftigung fand. Er starb an den Folgen von Komplikationen bei einer Gallenoperation.

Karl Ganzer war musikalischer Autodidakt, der nie eine Musikausbildung erfahren hatte und bis an sein Lebensende nie Notenschrift schrieb. Die Musik lag ihm im Blut. Schon in jungen Jahren gesellte er sich mit seiner Steirischen Harmonika zu Musikern in Gaststätten und spielte mit diesen auf. Durch Zuhören und Mitspielen erwarb er ein umfangreiches Repertoire.

Dieses Können nützte er in der schweren Zeit nach dem Krieg. Er spielte, teils im Duo, teils in der Gruppe „Pendlstoana“ in Gaststätten auf, vor allem im „Auracher Löchl“. 1946 entstand dabei bei uns – die Melodie hatte sich beim Üben auf der neuen chromatischen Harmonika sozusagen aufgedrängt und ging ihm nicht mehr aus dem Kopf – das heute weltbekannte Kufsteiner Lied, zuerst im 4/8-Takt, erstmals öffentlich gespielt im früheren Gasthof Waltl am Unteren Stadtplatz 1947. Anfang der 1950er Jahre wurde das Lied in einer Aufzeichnung von Franz Friedl auch als Notenblatt gedruckt und vom Kufsteiner Jodlerduo Gasser – Stadlmayr auf Schallplatte aufgenommen. Den Durchbruch schaffte das Lied aber erst Anfang der 1960er Jahre, nunmehr im ¾-(„Schunkel“-)Takt durch Aufnahmen des „Jodlerkönigs“ Franzl Lang und anderer bekannter Künstler der volkstümlichen Musikszene, wie etwa Maria und Margot Hellwig.

Das Lied ist eines der meistverbreiteten und meistgespielten Musikstücke der volkstümlichen Musik mit weit mehr als 100 Millionen verkaufter Tonträger. In der Statistik der GEMA war es zeitweise die Nr. 1 des gesamten Angebots. Das Lied hat den Namen der Stadt Kufstein um die ganze Welt getragen und damit die „Perle Tirols“ als Stadt „am grünen Inn“ zu einem Begriff in vielen Ländern gemacht. 

Somit ist das Auracher Löchl die Geburtsstätte des Kufstein Lieds und noch heute erinnert ein Denkmal in der Römerhofgasse an Karl Ganzer.

Für alle hier nochmal zum Nachsingen:

Kennst du die Perle, die Perle Tirols,
das Städtchen Kufstein, das kennst du wohl,
umragt von Bergen, so friedlich und still,
ja, das ist Kufstein, dort am grünen Inn,
ja, das ist Kufstein am grünen Inn.
Jodler ...
Es gibt so Vieles, bei uns in Tirol,
a guates Weinderl aus Südtirol
und mancher wünscht sich, 's könnt' immer so sein,
bei einem Maderl und an Glaserl Wein,
bei einem Maderl und einem Glaserl Wein.
Jodler ...
Und ist der Urlaub dann wieder aus,
dann nimmt man Abschied und fährt nachhaus,
man denkt an Kufstein, man denkt an Tirol,
mein liebes Städtchen lebe wohl, leb' wohl,
mein liebes Städtchen leb' wohl, leb' wohl.
Jodler ... 


 
 
25.03.2014
verfasst von Auracher-Löchl Hannes
 
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