Ein Stück Kufstein - Die Geschichte vom Auracher Löchl

Das Auracher Löchl erhielt seinen Namen durch die alte Kufsteiner Bürgerfamilie namens "Auracher". Diese war seit dem 13. Jahrhundert in Kufstein ansässig, stellte 10 Bürgermeister und war Betreiber einer Bierbrauerei.
Der Grundstein des Hauses wurde zwischen 1410 und 1436 gelegt. In dieser Zeit wurde ein Loch in den Festungsberg getrieben, Löchl genannt. Dieser ca. 90 Meter lange Stollen hielt eine konstante Temperatur von 8 °C und diente zur Einlagerung von Eis, welches für das Brauen des Bieres benötigt wurde.
Im Jahre 1448 wurde eine dazugehörige Bierschenke errichtet, die den heute noch gültigen Namen "Auracher Löchl" trug.

Im Jahre 1809 brannte Kufstein ab.
Das Auracher Löchl konnte diesem Flammeninferno wie durch ein Wunder entrinnen.

1921 übernahm die Familie Neuhauser das urig-traditionelle Wirts- und Weinhaus.
Die Familie Neuhauser hatte ihr Interesse dem Wein gewidmet und so mit Südtiroler Winzern ein Abkommen geschlossen. Die Winzer durften den Wein in Holzfässern (die man heute noch betrachten kann) heranreifen lassen und lagern. Im Gegenzug schenkte die Familie Neuhauser den Wein frei aus. Das älteste, heute noch in gutem Zustand erhaltene Fass, wurde anno 1898 aufgestellt. Aus hygienischen Gründen werden die Holzfässer nicht mehr zur Weineinlagerung verwendet.

Im Jahre 1992 verliebte sich der Zillertaler Unternehmer Raimund Hirschhuber in das Auracher Löchl und kaufte dieses. In der Erbnachfolge übernahm der Sohn Richard Hirschhuber das Auracher Löchl im Jahre 2003 und machte dies aufgrund der Qualitätsphilosophie zu einem noch größerem „Hotspot“ und Haus der Einheimischen & Freunde des Hauses aus Nah und Fern. Gäste verzaubern und begeistern ist das oberste Ziel der gesamten Mannschaft.

Vor ca. 15 Jahren kamen Gerüchte auf, dass noch ein weiteres Stollensystem unter der Festung existiert. Als die Gerüchte immer mehr wurden und auch ältere Leute, die bei uns zu Gast waren, erzählten, dass sie im 2. Weltkrieg bereits einmal hier in einem Lazarett bzw. Luftschutzstollen untergebracht waren, wurde die Familie Hirschhuber immer aufmerksamer und begann schließlich nachzuforschen.
1997 wurde begonnen, nach einem Eingang zu suchen Bereits nach kurzer Zeit gelang der Durchbruch in ein unbekanntes und lange vergessenes Stollensystem. Es ist 400 Meter lang und führt von uns bis unter die Festung und bis zum oberen Stadtplatz.
Es diente, wie wir nach langen Recherchen herausfanden, tatsächlich als Lazarett und Luftschutzbunker im 2. Weltkrieg für Frauen, Kinder, Kranke, ältere und geschwächte Menschen. Geologen zu Folge bestand das Stollensystem jedoch schon vor dem 2. Weltkrieg und wurde nur vergrößert. Sie vermuten, dass es auch schon zur Zeit der Ritter als geheimer Fluchtweg in bzw. aus der Festung verwendet wurde.
In aufwendiger Arbeit ist hier jetzt unsere neue Stollenbar 1930 entstanden.
 
 
 
20.03.2014
verfasst von Auracher Löchl
 
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